Auto mieten in der Schweiz: Vignette, Alpenpässe und die schönsten Routen

Von Redactie Vrooem· 17 Min. Lesezeit· aktualisiert am 20. Juni 2026

Grünes Alpental mit dem Eiger und schneebedeckten Gipfeln in der Schweiz

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Warum die Schweiz mit dem Auto etwas Besonderes ist

Es gibt Länder, die man besucht, und es gibt Länder, die man fährt. Die Schweiz gehört unverkennbar zur zweiten Kategorie. Stell dir vor: Du verlässt am Morgen ein Dorf an einem See, der so still daliegt, dass die Berge darin zu versinken scheinen, du kletterst über eine Reihe von Haarnadelkurven hinauf bis dorthin, wo die Luft dünner wird und im Juni noch die letzten Schneereste am Straßenrand liegen, und gegen Mittag steigst du hinab in ein grünes Tal, in dem Kühe mit Glocken um den Hals den einzigen Verkehr bilden. Das alles an einem Tag, in ein paar Stunden Fahrt. Kein anderes Land in Europa packt so viel Landschaft auf so wenige Kilometer.

Der Reiz liegt gerade in dieser Kompaktheit. Während du in Frankreich oder Skandinavien stundenlang über eine Autobahn fahren musst, bevor sich die Landschaft wirklich verändert, wechselt in der Schweiz die Kulisse alle zehn Minuten. Im einen Moment fährst du durch italienisch anmutende Palmendörfer am Lago Maggiore, im nächsten durch ein strenges, deutschsprachiges Bergtal mit Holzchalets. Drei Kulturräume, vier Landessprachen und eine endlose Aneinanderreihung von Bergen, Gletschern und Seen, und das alles in einem Land, das kleiner ist als rund die Hälfte Frankreichs.

Und doch ist Autofahren hier für Reisende keine Selbstverständlichkeit. Der Schweizer öffentliche Verkehr ist weltberühmt und hervorragend, die Straßen sind teuer, und das Bergfahren verlangt etwas mehr Aufmerksamkeit als eine Spritztour übers flache Land. Dieser Ratgeber nimmt dich mit durch alles, was du wissen musst, bevor du einsteigst: die obligatorische Vignette, die legendären Alpenpässe, die Winterregeln, die schönsten Routen und die Kosten, auf die du dich besser vorbereitest. Damit die Straße zum Vergnügen wird und nicht zur Überraschung.

Mietwagen oder Bahn: Wann lohnt sich was?

Seien wir ehrlich: Die Schweizer Bahn ist keine Notlösung, sondern eine Sehenswürdigkeit für sich. Züge fahren auf die Minute, reichen bis in die höchsten Täler, und Panoramarouten wie der Glacier Express oder der Bernina Express sind Erlebnisse, die kein Mietwagen erreicht. Wer von Stadt zu Stadt reist (Zürich, Luzern, Interlaken, Genf), ist mit der Bahn oft schneller, günstiger und entspannter unterwegs als mit einem Auto samt dem dazugehörigen Parkplatzärger.

Doch sobald du von den Hauptachsen abweichst, kippt das Bild. Ein Mietwagen gewinnt, wenn du:

  • die abgelegenen Alpentäler und Bergpässe erkunden willst, die per Bahn schwer oder langsam erreichbar sind
  • mit der Familie oder viel Gepäck reist (Kindersitze, Ski, Wanderausrüstung)
  • dein eigenes Tempo bestimmen und spontan an jedem Aussichtspunkt halten willst
  • mehrere Regionen in einer Rundreise kombinierst, abseits der vollen Bahnhöfe

Die Bahn gewinnt hingegen bei reinen Städtetrips, bei den großen Panoramarouten und dann, wenn du keine Lust auf Parkgebühren in Stadtzentren hast, die den Preis eines Mittagessens übersteigen. Viele Reisende wählen deshalb einen hybriden Ansatz: Bahn für die Städte, Mietwagen für ein paar Bergtage.

Hinweis. Überlege, das Auto erst dann abzuholen, wenn der Bergteil deiner Reise beginnt, und es in der Stadt wieder abzugeben. Das spart unnötige Miettage und Parkkosten in der Stadt. Rechne aber mit einem Aufschlag für die Einwegmiete, wenn du das Auto an einem anderen Ort abgibst als dem, an dem du es abgeholt hast.

Flughäfen, Regionen und die Sprache der Schilder

Die drei großen internationalen Flughäfen sind logische Ausgangspunkte, jeder mit einem eigenen Sprachraum und einer eigenen Anfahrt Richtung Berge. Viele Reisende fahren auch einfach bis knapp über die Grenze und mieten dort oder nehmen das eigene Auto. Wer vor Ort mietet, startet in der Regel an einem dieser drei Flughäfen.

FlughafenRegion und SpracheIdealer Ausgangspunkt für
Zürich (ZRH)Deutschsprachig, NordostenZentralschweiz, Graubünden, Alpenpässe rund um Andermatt
Genf (GVA)Französischsprachig, SüdwestenWallis, Montreux, Genfersee, Route Richtung Zermatt
Basel (BSL)Deutschsprachig, Nordwesten (Dreiländereck)Jura, Einstieg Richtung Berner Oberland und nordwestliche Grand Tour

Die Mehrsprachigkeit spürst du vor allem auf den Schildern. Im Norden und Osten ist alles Deutsch (Ausfahrt, Umleitung), im Westen Französisch (sortie, déviation), und im Tessin im Süden Italienisch (uscita, deviazione). Ortsnamen ändern sich mit: Genf heißt Genève auf Französisch, Basel auch Bâle. Eine gute Navigation fängt das ab, aber es hilft zu wissen, dass dieselbe Stadt zwei Namen tragen kann.

Hinweis. Geschwindigkeitsbegrenzungen stehen in km/h, wie gewohnt, aber die Schweiz kontrolliert streng und die Bußgelder fallen hoch aus. Auf Autobahnen gelten in der Regel 120, auf Autostraßen 100, außerorts 80 und in Dörfern 50 oder 30. Halte dich strikt daran.

Die Vignette: die Schweizer Autobahngebühr in einem Aufkleber

Das ist der wichtigste praktische Punkt für alle, die die Schweizer Autobahnen nutzen. Die Schweiz kennt keine Mautstationen pro Fahrt wie Frankreich, sondern eine obligatorische Jahresvignette, die zum gesamten Autobahn- und Autostraßennetz berechtigt. Ohne gültige Vignette auf die Autobahn aufzufahren, bringt ein saftiges Bußgeld ein, unabhängig vom Preis der Vignette selbst.

Es gibt keine Tages- oder Wochenvignette: Es ist immer eine Jahresvignette, gültig von Anfang Dezember bis Ende Januar des folgenden Jahres (in der Praxis vierzehn Monate). Seit Kurzem gibt es neben dem klassischen Aufkleber auf der Windschutzscheibe auch eine E-Vignette, die digital mit dem Kennzeichen verknüpft wird. Beide sind gleichwertig; die Kontrolle erfolgt teils automatisch per Kamera.

Hinweis. Bei einem Schweizer oder in der Schweiz übergebenen Mietwagen ist die Vignette in der Regel bereits auf der Windschutzscheibe oder digital auf dem Kennzeichen. Prüfe das beim Abholen ausdrücklich und frage im Zweifel nach. Fährst du mit deinem eigenen Auto oder einem ausländischen Mietwagen in die Schweiz, musst du die Vignette selbst besorgen, bevor du auf die erste Autobahn auffährst.

Die Vignette deckt das reguläre Autobahnnetz ab, aber nicht alles. Eine Handvoll großer Alpentunnel und Autoverladezüge verlangt eine separate Gebühr, unabhängig von der Vignette:

DurchfahrtTypPraktisches
Großer-St.-Bernhard-TunnelMauttunnelSeparate Bezahlung, Verbindung Richtung Italien (Aosta)
Autoverladung Lötschberg (Kandersteg–Goppenstein)AutozugDein Auto auf dem Zug durch den Berg, spart einen langen Umweg
Autoverladung Furka (Realp–Oberwald)AutozugPraktisch, wenn der Furkapass gesperrt oder das Wetter schlecht ist
Vereina-Autozug (Klosters–Sagliains)AutozugVerbindung ins Engadin, ganzjährig

Diese Autozüge sind kein Notbehelf, sondern oft ein schönes Erlebnis für sich: Du fährst dein Auto auf einen offenen Waggon, bleibst sitzen und rollst durch den Berg, während es draußen dunkel wird. Für den Vereina und den Lötschberg zahlst du pro Auto, vor Ort oder im Voraus.

Alpenpässe und Bergfahren: die Kunst der Haarnadelkurve

Hier beginnt das eigentliche Abenteuer. Die Schweizer Bergpässe sind der Grund, warum viele überhaupt ein Auto mieten: schmale Asphaltbänder, die sich in Dutzenden Haarnadelkurven am Berg emporwinden, mit an jeder Kurve einer neuen Aussicht. Es ist spektakulär, verlangt aber einen Fahrstil, den du im flachen Land nicht oft brauchst.

Die Grundregeln des Bergfahrens

Ein paar Prinzipien machen den Unterschied zwischen Genießen und Schwitzen:

  • Bremse mit dem Motor, nicht mit der Bremse. Bei einer langen Abfahrt schaltest du in einen niedrigen Gang zurück und lässt den Motor die Bremsarbeit übernehmen. Bleibst du auf der Bremse, überhitzen diese und du verlierst Bremskraft genau dort, wo du sie brauchst.
  • Wer bergauf fährt, hat in der Regel Vorrang. Auf schmalen Bergstraßen ist es für das aufsteigende Auto schwieriger zu halten und wieder anzufahren, deshalb hat es Vorrang. Suche eine Ausweichstelle (oft ausgeschildert) und lass vorbei.
  • Postbusse haben das Sagen. Die gelben Postautos haben auf schmalen Bergstrecken absoluten Vorrang und kündigen sich mit einem dreitönigen Horn an. Hörst du das, mach Platz.
  • Berücksichtige die Höhe. In großer Höhe leistet der Motor etwas weniger und du selbst kannst dich etwas leichter im Kopf fühlen. Geh es ruhig an, trink Wasser und gönn dir Pausen.

Welche Pässe wann geöffnet sind

Das ist entscheidend für deine Planung. Die hohen Pässe sind saisonabhängig: Sie öffnen in der Regel erst im späten Frühling und schließen wieder im Herbst, sobald der Schnee fällt. Rechne mit einer verlässlich offenen Saison etwa von Juni bis Oktober, aber das verschiebt sich von Jahr zu Jahr und von Pass zu Pass. Prüfe immer den aktuellen Status kurz vor der Abreise, denn ein früher Schneefall kann einen Pass von einem Tag auf den anderen sperren.

PassHöhe (ca.)In der Regel offenCharakter
Furkapassgut 2400 mSommer bis HerbstFilmberühmt, kahle Hochfläche, Blick auf den Rhonegletscher
Grimselpassgut 2100 mSommer bis HerbstStauseen und kahle Granitlandschaft
Sustenpassgut 2200 mSommer bis HerbstFließende Kurven, grüner, fahrtechnisch genussvoll
Gotthardpassgut 2100 mSommer bis HerbstHistorische Kopfsteinpflasterstraße (Tremola) neben der modernen Route
Klausenpassgut 1900 mSommer bis HerbstRuhiger, herrliche Täler

Im Winter sind die meisten hohen Pässe schlicht gesperrt. Durch die Berge kommst du dann über Tunnel (wie den Gotthardtunnel) oder über die Autozüge. Plane deine Reise also rund um die Saison: Eine Alpenpassrunde macht nur im Sommer Sinn.

Winter: Reifen, Ketten und Wintersport

Die Schweiz kennt keine allgemeine, kalendergebundene Winterreifenpflicht wie manche Nachbarländer, sondern eine situative Regel: Dein Fahrzeug muss den Bedingungen angepasst sein. In der Praxis bedeutet das Winterreifen, sobald Schnee, Eis oder Matsch liegen können, und das ist in den Bergen schnell der Fall. Verursachst du mit Sommerreifen auf verschneiter Straße einen Stau oder einen Unfall, bist du haftbar und riskierst ein Bußgeld.

Mietest du in der Wintersaison, übergibt der Vermieter das Auto in der Regel mit Winterreifen. Bestätige das beim Buchen ausdrücklich, vor allem wenn du in ein Skigebiet fährst.

Hinweis. Auf manchen Bergstraßen gilt bei starkem Schnee eine Kettenpflicht, angezeigt durch ein Schild (weißer Ring mit Kette). Dort darfst du nur mit Schneeketten auf den Antriebsrädern durch. Frage beim Vermieter, ob Ketten mitgeliefert oder hinzubuchbar sind, und übe das Anlegen einmal zu Hause oder auf dem Parkplatz. Bei einem Schneetreiben am Straßenrand ist kein guter Moment, es herauszufinden.

Fährst du zu einem Wintersportort wie Zermatt, Verbier oder Davos, beachte, dass manche hoch gelegenen Dörfer autofrei sind. Zermatt zum Beispiel erreichst du nicht mit dem Auto: Du parkst in Täsch und nimmst für das letzte Stück die Bahn. Prüfe das für jeden Zielort, bevor du einsteigst.

Drei Routen zum Träumen

Genug Theorie. Hier sind drei konkrete Routen, die zeigen, warum du dafür ein Auto mietest. Die Zeitangaben sind großzügig bemessen: In den Bergen fährst du langsamer, als die Karte vermuten lässt, und du willst ohnehin anhalten.

Route 1: die große Alpenpassrunde (Furka, Grimsel, Susten)

Das ist der Klassiker unter den Fahrrouten, eine Runde, die du von Andermatt oder dem Berner Oberland aus starten kannst. Du reihst drei spektakuläre Pässe aneinander zu einem Tag voller Haarnadelkurven und Aussichten, die du nicht so schnell vergisst.

Fahre zum Beispiel Richtung Furkapass, wo du beim Rhonegletscher anhalten kannst (der Pass, auf dem die berühmte Verfolgungsjagd aus einem alten James-Bond-Film gedreht wurde). Steig hinab nach Gletsch und klettere gleich wieder hinauf zum Grimselpass, vorbei an tiefblauen Stauseen in einer kahlen Granitlandschaft. Schließe die Runde über den grüneren, fließenden Sustenpass zurück Richtung Ausgangspunkt. Rechne mit einem ganzen Tag: Reine Fahrzeit sind es vielleicht drei bis vier Stunden, aber mit Pausen, Fotos und einem Mittagessen unterwegs bist du leicht acht bis zehn Stunden beschäftigt. Und genau das ist der Sinn der Sache.

Route 2: ein Stück der Grand Tour of Switzerland

Die Grand Tour ist eine offizielle, ausgeschilderte Rundfahrt von über 1600 Kilometern, die nahezu alle Höhepunkte des Landes aneinanderreiht. Du musst sie nicht komplett fahren; ein schönes Teilstück ist schon die Mühe wert. Eine beliebte Etappe verläuft vom Vierwaldstättersee über den Gotthard ins sonnige, italienisch anmutende Tessin mit Lugano und dem Lago Maggiore.

Unterwegs wechselst du innerhalb einer Fahrt von der strengen deutschsprachigen Bergwelt zu Palmen und Piazzas, einer der verblüffendsten kulturellen Wechsel, die du in Europa per Auto erleben kannst. Willst du die Stimmung maximal auskosten, fahre am Gotthard die alte Kopfsteinpflasterstraße (die Tremola) statt des Tunnels. Für dieses Teilstück mit Pausen rechnest du mit einem bis zwei Tagen, je nachdem, wie lange du im Tessin hängen bleibst. Und das tust du.

Route 3: Berner Oberland und Graubünden

Für alle, die lieber Täler und Seen erkunden als reine Pässe. Im Berner Oberland fährst du rund um Interlaken zwischen Thuner- und Brienzersee, mit dem ikonischen Eiger, Mönch und Jungfrau als Kulisse. Kombiniere einen Tag Autofahren durch die Täler mit einer Bahnfahrt oder Seilbahn in die Höhen (viele Gipfel erreichst du nicht mit dem Auto, und das muss auch nicht sein).

Ziehst du ostwärts nach Graubünden, kommst du in eine ruhigere, rauere Schweiz: das Engadin mit seinen lichtdurchfluteten Tälern, die weltberühmte Kurve bei Tiefencastel und mondäne Orte wie St. Moritz. Hier ist der Vereina-Autozug dein Freund, um schnell und ohne hohen Pass ins Engadin zu rollen. Für einen guten Vorgeschmack auf beide Regionen rechnest du mit drei bis vier Tagen Rundfahrt, großzügig bemessen.

Elektrisch durch die Berge fahren

Die Schweiz ist hervorragend für Elektroautos ausgestattet. Das Schnellladenetz entlang der Hauptachsen ist dicht und zuverlässig, und auch in touristischen Gebieten findest du problemlos Ladepunkte. Mietest du ein E-Auto, gibt es ein paar Punkte, die speziell mit den Bergen zu tun haben.

Klettern kostet viel Energie, dein Verbrauch schnellt auf einer langen Steigung in die Höhe und die Reichweite sinkt schneller, als du es gewohnt bist. Die gute Nachricht: Beim Abfahren gewinnst du einen guten Teil durch Rekuperation zurück, das Bremsen mit dem Motor lädt die Batterie wieder auf. Plane deine Ladestopps mit etwas Reserve und lade rechtzeitig nach, denn in abgelegenen hohen Tälern stehen die Ladesäulen weniger dicht beieinander. Nimm zur Sicherheit eine Ladekarte oder -App mit, die breit akzeptiert wird, und frage beim Abholen, welches Ladekabel mitgeliefert wird.

Was es kostet: Rechne mit einem teuren Land

Keine Illusionen: Die Schweiz ist eines der teuersten Länder Europas, und das spürst du auch am Steuer. Wir nennen bewusst keine festen Beträge, denn die Tarife schwanken stark je nach Saison, Vermieter und Buchungszeitpunkt, aber das ist es, womit du rechnest.

  • Die Miete selbst liegt in der Regel höher als in den Nachbarländern, besonders in der Hochsaison und in den Skiferien. Frühes Buchen lohnt sich.
  • Kraftstoff ist hier teuer. Tanke nach Möglichkeit voll, bevor du ins Land einfährst, wenn du aus einem Nachbarland kommst.
  • Parken in Städten und an touristischen Hotspots kann ordentlich auflaufen; rechne in Zentren mit saftigen Stundentarifen.
  • Die Vignette ist eine einmalige Jahresgebühr, rechne sie aber mit ein, wenn du mit dem eigenen Auto kommst.
  • Autozüge und Mauttunnel kosten pro Durchfahrt extra, unabhängig von der Vignette.

Zähle dazu die allgemein hohen Preise für Essen und Übernachtung, und du verstehst, warum eine gute Budgetplanung hier kein überflüssiger Luxus ist.

Parken und Tanken in der Praxis

Das Parken in der Schweiz läuft größtenteils über ein Farbcodesystem. Blaue Zonen sind kostenlos, aber zeitlich begrenzt: Du legst eine Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe und darfst eine begrenzte Zeit stehen (oft rund eine Stunde, manchmal länger). Weiße Zonen sind kostenpflichtig, meist über einen Automaten oder eine App. Rote Zonen triffst du selten an und sie haben großzügigere Zeiten. Frage bei deinem Mietwagen, ob eine Parkscheibe im Handschuhfach liegt; wenn nicht, kauf eine (erhältlich an Tankstellen und Kiosken).

In Stadtzentren und an stark besuchten Zielen wählst du oft besser ein Parkhaus (P mit Dach-Symbol): teurer pro Stunde, aber ohne Stress und ohne Bußgeldrisiko. Tanken läuft wie überall: Viele Stationen arbeiten mit Karte an der Zapfsäule, und in touristischen Gebieten sind sie reichlich vorhanden. Beachte, dass manche bedienten Stationen abends schließen und du dann auf Automaten mit Kartenzahlung angewiesen bist.

Versicherung und Kaution: in den Bergen besonders wichtig

Bergfahren erhöht das Risiko kleiner Schäden, und dabei spielt die Versicherung eine Hauptrolle. Auf schmalen Pässen mit Felswänden auf der einen und einem Abgrund auf der anderen Seite, dazu Schotter und Steinschlag auf der Fahrbahn, holst du dir schneller einen Kratzer, einen Steinschlag in der Scheibe oder einen Felgenschaden als auf einer flachen Autobahn. Genau diese kleinen Schäden fallen oft in deine Selbstbeteiligung.

Die Standard-CDW-Deckung (Collision Damage Waiver) bei einem Mietwagen kommt fast immer mit einer hohen Selbstbeteiligung und einer kräftigen Kaution, die auf deiner Karte blockiert wird. Bei einem Schaden kann dieser Betrag komplett einbehalten werden, bis die Sache abgewickelt ist. Für einen Bergfahrurlaub lohnt es sich daher doppelt, die Selbstbeteiligung abzulösen, entweder beim Vermieter oder über eine separate, oft viel günstigere externe Versicherung, die du vorab abschließt. Lies vorher genau nach, was abgedeckt ist und was nicht: Reifen, Scheibe, Unterboden und Dach fallen manchmal aus der Standarddeckung heraus, und genau die sind in den Bergen anfällig.

Vertiefe dich darin, bevor du losfährst; wir erklären es vollständig in unserem Ratgeber zu Selbstbeteiligung und Kaution. Und prüfe auch, wie es mit grenzüberschreitendem Fahren aussieht: Willst du von der Schweiz aus weiter nach Österreich fahren oder eine Runde mit dem Auto nach Frankreich machen, melde das beim Vermieter, denn nicht jede Miete erlaubt Fahrten in jedes Land.

Häufige Fehler

Ein paar Stolperfallen sehen wir immer wieder. Vermeide sie, und deine Reise verläuft deutlich reibungsloser.

  • Ohne Vignette auf die Autobahn auffahren mit dem eigenen oder einem ausländischen Auto. Regle es vor der Grenze.
  • Einen hohen Pass außerhalb der Saison einplanen. Im Mai oder Oktober kann deine Traumroute schlicht gesperrt sein. Prüfe immer den aktuellen Status.
  • Die Selbstbeteiligung nicht ablösen für einen Bergurlaub und dann über die blockierte Kaution oder die Rechnung nach einem Kratzer erschrecken.
  • Mit Sommerreifen in die Berge in der Übergangszeit. Bestätige Winterreifen bei der Buchung, wenn Schnee möglich ist.
  • Zu knapp planen. Bergkilometer dauern länger als flache. Rechne großzügig, sonst fährst du gehetzt durch den schönsten Teil.
  • In ein autofreies Dorf fahren wie Zermatt, ohne zu wissen, dass du in Täsch parken musst.

Mehr allgemeine Weisheiten für alle, die im Ausland ein Auto mieten, findest du in unseren 12 Tipps.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Vignette bei einem Schweizer Mietwagen schon dabei?

In der Regel ja. Ein in der Schweiz übergebener Mietwagen hat die Jahresvignette meist schon auf der Windschutzscheibe oder digital am Kennzeichen. Prüfe das beim Abholen trotzdem immer ausdrücklich. Kommst du mit deinem eigenen Auto oder einem ausländischen Mietwagen, musst du die Vignette selbst besorgen, bevor du auf die erste Autobahn auffährst.

Brauche ich einen Mietwagen oder ist die Bahn besser?

Das hängt von deiner Reise ab. Für Städtetrips und die großen Panoramarouten ist die Schweizer Bahn oft schneller und entspannter. Für abgelegene Bergtäler, Bergpässe und Reisen mit viel Gepäck oder einer Familie gewinnt der Mietwagen. Viele Reisende kombinieren: Bahn für die Städte, Auto für ein paar Bergtage.

Wann sind die Alpenpässe geöffnet?

Die hohen Pässe sind saisonabhängig und in der Regel von etwa Juni bis Oktober offen, aber das verschiebt sich von Jahr zu Jahr und von Pass zu Pass. Ein früher oder später Schneefall kann einen Pass plötzlich sperren. Prüfe immer den aktuellen Status kurz vor der Abreise und plane eine Passroute im Sommer.

Sind Winterreifen Pflicht?

Die Schweiz hat keine feste kalendergebundene Pflicht, sondern eine situative Regel: Dein Auto muss den Bedingungen angepasst sein, was in der Praxis Winterreifen bedeutet, sobald Schnee oder Eis liegen. Fährst du mit Sommerreifen und verursachst Probleme, bist du haftbar. Bestätige Winterreifen bei deinem Vermieter, wenn du in der Wintersaison oder in die Berge fährst.

Ist Autofahren in der Schweiz teuer?

Rechne mit einem teuren Land. Miete, Kraftstoff und Parken liegen in der Regel höher als in den Nachbarländern, und dazu kommen die Vignette und eventuelle Autozüge oder Mauttunnel. Frühes Buchen und Volltanken vor der Grenze helfen, die Kosten zu drücken.

Muss ich Angst vor den Haarnadelkurven haben?

Keine Angst, aber aufmerksam sein. Bremse bei langen Abfahrten mit dem Motor statt mit der Bremse, gib aufsteigendem Verkehr und Postbussen auf schmalen Stücken Vorrang und nimm dir Zeit. Wer ruhig fährt und regelmäßig anhält, erlebt die Pässe als Höhepunkt der Reise statt als Strapaze.

Kann ich mit einem elektrischen Mietwagen in die Berge?

Ja, die Schweiz hat ein dichtes und zuverlässiges Ladenetz. Beachte, dass Klettern viel Energie kostet und deine Reichweite schneller sinkt, auch wenn du beim Abfahren einen Teil durch Rekuperation zurückgewinnst. Plane Ladestopps mit Reserve, vor allem in abgelegenen hohen Tälern, und frage beim Abholen nach dem Ladekabel und einer breit akzeptierten Ladekarte.

Darf ich mit meinem Schweizer Mietwagen ins Ausland fahren?

Oft ja, aber nicht immer und nicht in jedes Land ohne Weiteres. Willst du weiter nach Österreich, Italien oder Frankreich, melde das vorab beim Vermieter und prüfe, ob ein Aufschlag oder eine Beschränkung gilt. Eine ungemeldete Grenzüberschreitung kann deine Deckung gefährden.

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