Auto mieten in Italien: ZTL-Zonen, Maut und Mietwagen-Fallstricke

Von Redactie Vrooem· 16 Min. Lesezeit· aktualisiert am 20. Juni 2026

Das Küstenstädtchen Positano an der Amalfiküste in Italien

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Es gibt einen Grund, warum Italien seit Generationen das Traumland aller ist, die gerne Auto fahren. Die Hügel der Toskana, die sanft zu einem fernen Dorf mit einem Turm darauf ansteigen. Die Küstenstraße entlang Amalfi, wo das Meer zu Ihrer Rechten vierhundert Meter in die Tiefe stürzt. Die Serpentinen der Dolomiten, die sich zwischen den Felswänden hindurchwinden. Kein Zug und kein Bus bringt Sie so frei dorthin wie das eigene Auto.

Doch Italien ist auch das Land, aus dem Reisende am häufigsten mit einem unerwarteten Brief im Briefkasten nach Hause kommen. Ein Bußgeld für eine Zone, die sie nicht gesehen haben, ein Zentrum, in das sie nie hätten hineinfahren dürfen, eine Mautspur, auf der sie versehentlich die falsche Bahn gewählt haben. Diese Briefe kommen Wochen oder Monate später, oft mit einer Bearbeitungsgebühr des Vermieters obendrauf. Nicht weil Italien Sie erwischen will, sondern weil die Regeln anders funktionieren als zu Hause und die Schilder klein sind.

Dieser Ratgeber nimmt Sie mit durch alles, was Sie wirklich wissen müssen: wo ein Mietwagen Gold wert ist und wo er vor allem ein Klotz am Bein ist, wie Sie die berüchtigten ZTL-Zonen erkennen und vermeiden, wie die Maut auf der Autostrada funktioniert und welche zwei Routen das ganze Bild zusammenführen. Direkt angesprochen, ehrlich und ohne Ihnen Angst zu machen. Denn mit ein wenig Vorbereitung ist das Fahren in Italien genau so schön, wie Sie es sich vorstellen.

Warum sollten Sie in Italien ein Auto mieten?

Weil die schönsten Teile Italiens schlichtweg gar nicht oder kaum mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind. Das Land, die Berge und die Küste erschließen sich erst wirklich, wenn man selbst am Steuer sitzt.

Denken Sie an die Toskana: die Weinberge rund um Montepulciano, die Zypressenalleen des Val d’Orcia, ein Agriturismo am Ende eines Schotterwegs. Dorthin fährt kein Bus, und wenn doch, dann zweimal am Tag. Denken Sie an die Dolomiten, wo jede Kurve einen anderen Ausblick eröffnet und Sie an einem Vormittag drei Bergpässe aneinanderreihen können. Denken Sie an Sizilien oder Apulien, wo die Entfernungen groß sind und die Dörfer weit auseinanderliegen. In all diesen Fällen schenkt Ihnen ein Auto eine Freiheit, die Sie mit keinem anderen Verkehrsmittel kaufen können.

Wo Sie ein Auto gerade nicht wollen, das sind die großen historischen Stadtzentren. Florenz, Rom, Bologna, Neapel, Mailand: Das sind Orte, an denen Ihr Auto zur Last wird. Parken ist teuer und knapp, der Verkehr ist dicht, und obendrein sind die schönsten Altstädte voll mit ZTL-Zonen, in die Sie als Tourist nicht hineinfahren dürfen. Die goldene Formel lautet daher: Fliegen oder reisen Sie in die Stadt, erkunden Sie diese zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln, und mieten Sie das Auto erst in dem Moment, in dem Sie aufs Land oder an die Küste fahren. Oft holen Sie den Wagen buchstäblich am Rand der Region ab und geben ihn dort auch wieder zurück.

Hinweis. Ein Auto für einen Städtetrip nach Rom oder Florenz zu mieten, ist fast immer ein Fehler. Sie zahlen fürs Parken, riskieren ZTL-Bußgelder und nutzen das Auto kaum. Mieten Sie erst, wenn Sie aus der Stadt herausfahren.

Welchen Flughafen wählen Sie als Ausgangspunkt?

Das hängt ganz davon ab, welche Region Sie erkunden möchten. Italien ist lang gestreckt und zersplittert, deshalb spart Ihnen der richtige Flughafen am ersten Tag manchmal Stunden Fahrt.

Im Folgenden die wichtigsten Flughäfen mit Mietwagenangebot und wofür sie ein sinnvoller Ausgangspunkt sind. Aus dem deutschsprachigen Raum fliegen Sie die meisten dieser Ziele direkt an, oft von größeren Drehkreuzen oder regionalen Flughäfen aus.

FlughafenCodeBester Ausgangspunkt für
Rom FiumicinoFCOLatium, südliche Toskana, Richtung Umbrien
Mailand (Malpensa / Linate / Bergamo)MXP / LIN / BGYComer See, Piemont, Dolomiten, Gardasee
PisaPSAToskana (kürzester Weg nach Florenz und in die Hügel)
NeapelNAPAmalfiküste, Cilento, Pompeji
CataniaCTAOst- und Südsizilien, Ätna, Taormina
BariBRIApulien, die Trulli, der Absatz des Stiefels
VenedigVCEVenetien, östliche Dolomiten, östlicher Gardasee

Für eine Toskana-Rundreise ist Pisa meistens praktischer als Rom, auch wenn Rom bekannter klingt. Für die Amalfiküste ist Neapel der natürliche Ausgangspunkt, auch wenn Sie dann sofort in den dichten Verkehr rund um Neapel hineingeraten. Bedenken Sie, dass die Abholung des Wagens am Flughafen wegen der Flughafenzuschläge oft etwas teurer ist als in der Stadt.

Was sind ZTL-Zonen und warum müssen Sie sie wirklich ernst nehmen?

ZTL steht für Zona a Traffico Limitato, also Zone mit beschränktem Verkehr. Es handelt sich um abgegrenzte Gebiete, fast immer in historischen Stadtzentren, in die nur Anwohner und Inhaber einer Genehmigung mit dem Auto hineinfahren dürfen. Fahren Sie als Tourist hinein, erhalten Sie über Kameras ein automatisches Bußgeld.

Dies ist mit Abstand der größte Fallstrick für Reisende in Italien. Die Zonen werden von Kameras überwacht, die Ihr Kennzeichen lesen. Da steht kein Polizist, es gibt keine Schranke, im Moment selbst passiert überhaupt nichts. Sie fahren einfach durch eine schöne Gasse, und erst Wochen oder Monate später kommt die Rechnung. Bei einem Mietwagen läuft dieses Bußgeld über den Vermieter: Er gibt Ihre Daten an die Behörden weiter und berechnet Ihnen zusätzlich eine Bearbeitungs- oder Servicegebühr für die Abwicklung. Eine einzige unaufmerksame Minute kann so kräftig ins Geld gehen.

Wie erkennen Sie eine ZTL? Achten Sie auf die Schilder: ein weißer runder Kreis mit rotem Rand, darauf der Text “ZTL”, oft mit einer Zeitangabe darunter. Manchmal steht auf einer Digitalanzeige “Varco attivo” (Zugang aktiv, Kamera ist eingeschaltet), manchmal “Varco non attivo”. Das Problem ist, dass diese Schilder klein sind, auf Italienisch verfasst, und dass Sie genau an dieser Kreuzung oft mit anderen Dingen beschäftigt sind. Vertrauen Sie deshalb nicht blind auf Ihr Navi. Manche Navigations-Apps warnen vor ZTLs, andere schicken Sie schnurstracks hindurch, weil es die kürzeste Route ist.

Hinweis. Ein ZTL-Bußgeld bei einem Mietwagen kommt oft doppelt: das Bußgeld selbst von den italienischen Behörden plus eine separate Bearbeitungsgebühr des Vermieters für die Weitergabe Ihrer Daten. Manchmal trifft das Bußgeld erst Monate nach Ihrer Reise ein.

Die goldene Regel ist einfach: Fahren Sie nicht mit Ihrem Auto ins historische Zentrum einer italienischen Stadt. Parken Sie in einem Parkhaus oder auf einem Parkplatz am Rand des Zentrums (suchen Sie nach “parcheggio” plus dem Stadtnamen) und gehen Sie zu Fuß oder mit einem Pendelbus weiter. Praktisch jede touristische Stadt hat Parkplätze am Stadtrand, die darauf ausgelegt sind. Sind Sie unsicher, ob Sie in eine ZTL geraten? Halten Sie an, schauen Sie sich um und wählen Sie die sichere Route außen herum. Das kostet Sie fünf Minuten und erspart Ihnen möglicherweise eine Menge Ärger.

Wie funktioniert die Maut auf der italienischen Autostrada?

Die meisten italienischen Autobahnen (die Autostrada, erkennbar an den grünen Schildern und der “A”-Nummer) sind Mautstraßen mit einem Ticketsystem. Sie ziehen beim Auffahren ein Ticket und zahlen beim Abfahren, je nach zurückgelegter Strecke.

In der Praxis funktioniert das so: An der Auffahrt fahren Sie auf einen Mautplatz mit mehreren Spuren. Sie nehmen eine Spur ohne Telepass-Logo, drücken auf den Knopf und ziehen ein Papierticket. Das bewahren Sie gut auf. Beim Abfahren stecken Sie genau dieses Ticket in den Automaten und zahlen den fälligen Betrag, mit Karte oder bar. Der Tarif richtet sich danach, wie weit Sie gefahren sind, und nach Ihrer Fahrzeugklasse.

Das Wichtigste, was Sie sich merken sollten: Wählen Sie die richtige Spur. Die Mautplätze haben verschiedene Arten von Spuren, und in der falschen zu landen verursacht Stress und manchmal ein Bußgeld.

Spur / FarbeBedeutungFür Sie?
Gelb, “Telepass”Nur elektronischer Sender, kein HaltNein, ohne Sender vermeiden
Blau / Weiß, KartensymbolZahlung mit Bank- oder KreditkarteJa, meist die einfachste Wahl
”Biglietto” (an der Auffahrt)Ticket ziehenJa, beim Auffahren
Grün mit MünzsymbolBar oder Karte, oft mit Personal oder AutomatJa, gute Alternative

Die Telepass-Spuren (gelb) sind nur für Wagen mit einem elektronischen Sender und haben keine Schranke und keinen Zahlvorgang. Fahren Sie dort versehentlich ohne Sender hinein, können Sie nicht bezahlen, stehen fest und es folgt möglicherweise eine Nachzahlung oder ein Bußgeld. Achten Sie also genau auf Farbe und Symbole, bevor Sie eine Spur wählen, und entscheiden Sie sich im Zweifel immer für die Spur mit dem Bankkartensymbol.

Hinweis. Verlieren Sie Ihr Papier-Mautticket nicht zwischen Auffahrt und Abfahrt. Ohne Ticket weiß der Automat nicht, wo Sie aufgefahren sind, und berechnet Ihnen den Höchsttarif für diese Strecke. Legen Sie das Ticket sofort an einen festen Platz, zum Beispiel in den Becherhalter.

Nicht alle Autobahnen sind Mautstraßen. In Teilen Süditaliens und auf Sizilien sind erhebliche Abschnitte der Autostrada kostenlos. Und neben der Autobahn verläuft oft eine mautfreie Landstraße (die “strada statale”, mit blauen Schildern und einer SS-Nummer). Diese ist langsamer, landschaftlich aber häufig viel schöner, eine gute Wahl, wenn Sie es nicht eilig haben.

Was ist die Area C und gibt es noch weitere Umweltzonen?

Die Area C ist die gebührenpflichtige Umweltzone im Zentrum von Mailand, in die Sie ein Tagesticket benötigen, um hineinzufahren. Daneben kennen verschiedene italienische Städte eigene Umweltzonen und Fahrbeschränkungen, vor allem bei Smogspitzen im Winter.

Für die meisten Reisenden, die das Land und die Küste aufsuchen, spielt das kaum eine Rolle, weil Sie ohnehin nicht in die großen Stadtzentren hineinfahren. Möchten Sie aber dennoch mit dem Auto nach Mailand (wovon wir abraten, siehe oben), dann benötigen Sie für die Area C ein bezahltes Zugangsticket, das Sie vorab oder noch am selben Tag besorgen. Auch hier gilt: Parken Sie am Stadtrand und nehmen Sie die Metro. Bedenken Sie außerdem, dass manche Regionen bei hoher Luftverschmutzung vorübergehend ältere Dieselfahrzeuge aussperren können, was Mietwagen jedoch selten betrifft, da diese meist neuwertig sind.

Wie sind Verkehr und Fahrstil in Italien?

Italiener fahren forsch, dicht auf den Vordermann und mit viel Gespür für den Raum, der wirklich da ist, statt für den Raum auf dem Papier. Es wirkt chaotisch, hat aber seine eigene Logik: zügig mitfließen funktioniert besser als zögern.

Wer ruhiges und stark reglementiertes Fahren gewohnt ist, muss sich vielleicht erst daran gewöhnen. Im Verkehr rund um Städte wie Neapel oder Palermo wird die Hupe als Kommunikationsmittel verwendet, nicht als Beleidigung. Überholt wird zügiger, die Abstände sind knapper, und Kreisverkehre verlangen Entschlossenheit. Der Rat: Bleiben Sie ruhig, bewegen Sie sich mit dem Verkehr und zögern Sie nicht zu lange, denn Zaudern verursacht oft mehr Gefahr als Mitfließen.

Die Berg- und Küstenstraßen erfordern besondere Aufmerksamkeit. Die Küstenstraße von Amalfi (die SS163) ist weltberühmt und schmal, mit Haarnadelkurven, in denen Busse und Autos einander kaum passieren können. An vollen Sommertagen kriecht der Verkehr im Schritttempo. Rechnen Sie mit langsamerem Fahren, als Sie denken, und mit Momenten, in denen Sie rückwärtsfahren müssen, um einen Bus vorbeizulassen. In den Dolomiten sind die Straßen breiter und besser instand gehalten, aber die Höhenunterschiede und die Vielzahl der Kurven sorgen dafür, dass Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit niedrig bleibt. Planen Sie also großzügig und genießen Sie es, statt zu hetzen.

Hinweis. Auf schmalen Küsten- und Bergstraßen ist ein kleineres Auto ein großer Vorteil. Ein kompakter Wagen manövriert leichter durch Haarnadelkurven und enge Dorfstraßen als ein großer SUV. Berücksichtigen Sie das bei der Buchung.

Route 1: eine Rundreise durch die Toskana

Die Toskana ist der Klassiker, und das nicht ohne Grund. Sie verbinden Kunststädte, sanft geschwungene Hügel, Weinberge und mittelalterliche Dörfer in einem Gebiet, das kompakt genug ist, um es in einer Woche zu schaffen, ohne jeden Tag endlos zu fahren.

Eine mögliche Aufteilung, mit großzügig bemessenen Zeiten, damit Sie nicht hetzen müssen:

TagRouteUngefähre Fahrzeit
1Ankunft Pisa, Wagen abholen, nach Florenz (zu Fuß erkunden)etwa 1 bis 1,5 Stunden
2Florenz weiter erkunden, Auto stehen lassenkaum Fahrt
3Florenz nach Siena, unterwegs Chianti-Weinbergeetwa 1,5 bis 2 Stunden inkl. Stopps
4Siena ins Val d’Orcia (Pienza, Montepulciano)etwa 1 bis 1,5 Stunden, plus Herumfahren
5Val d’Orcia nach San Gimignanoetwa 1,5 bis 2 Stunden
6San Gimignano, Umgebung, zurück Richtung Pisaetwa 1,5 Stunden

Das Schöne an dieser Route ist, dass Sie in jeder Stadt das Auto außerhalb des Zentrums parken (denken Sie an die Stadtrandparkplätze von Siena oder San Gimignano) und den Kern zu Fuß entdecken. Zwischen den Zielen fahren Sie über geschwungene Landstraßen, auf denen die Landschaft selbst zum Ziel wird. Planen Sie im Val d’Orcia bewusst freie Zeit ein, um einfach ohne Ziel herumzufahren, denn genau da zeigt sich die Toskana von ihrer schönsten Seite. Für die Wahl zwischen einem Automatik- und einem Schaltwagen auf dieser hügeligen Route lesen Sie unseren gesonderten Ratgeber über Automatik oder Schaltgetriebe mieten.

Route 2: die Amalfiküste und Umgebung

Möchten Sie Sonne, Meer und spektakuläre Ausblicke, dann ist die Küste südlich von Neapel unübertroffen. Dies ist eine Route, bei der die Straße selbst die Attraktion ist, allerdings eine, die Geduld und einen kühlen Kopf verlangt.

Ein möglicher Aufbau:

TagRouteUngefähre Fahrzeit
1Ankunft Neapel, Wagen abholen, nach Sorrentetwa 1 bis 1,5 Stunden
2Sorrent als Standort, Tagesausflug Pompejietwa 1 Stunde hin und zurück
3Die Küstenstraße SS163: Positano, Amalfi, Ravellorechnen Sie mit einem halben bis ganzen Tag
4Ravello und Umgebung in Ruhe erkundenwenig Fahrt
5Eventuell weiter ins Cilento oder zurück nach Neapelvariabel

Auf dieser Route ist es ratsam, einen festen Standort zu wählen (Sorrent oder ein Dorf knapp außerhalb des vollsten Kerns) und von dort aus Tagesausflüge zu machen, statt jede Nacht das Gepäck zu verschleppen. Die Küstenstraße selbst fahren Sie am besten früh am Tag, vor den Bussen und dem Andrang. Bedenken Sie, dass Parken in den Küstendörfern knapp und teuer ist. Erwägen Sie, Teilstücke mit dem lokalen Bus oder Boot zurückzulegen und das Auto an den vollsten Tagen in Sorrent stehen zu lassen. Wer lieber die Ruhe einer Insel sucht, kann denselben Ansatz auf Sizilien anwenden, mit Catania als Ausgangspunkt, dem Ätna, Taormina und den Barockstädtchen des Südostens.

Was kostet ein Mietwagen in Italien und worauf müssen Sie bei der Versicherung achten?

Der Preis eines Mietwagens in Italien schwankt stark mit der Saison, der Region und der Vorlaufzeit der Buchung. Im Juli und August sowie an der Küste und auf den Inseln liegen die Tarife deutlich höher als in der Vor- und Nachsaison.

Die größten finanziellen Überraschungen stecken selten im Mietpreis selbst, sondern in der Versicherung und der Kaution. Bei der Abholung blockiert der Vermieter eine Kaution auf Ihrer Kreditkarte, oft einen kräftigen Betrag. Das Standardpaket enthält meist einen Selbstbehalt, der bei einem Schaden hoch ausfallen kann. Am Schalter versucht man Ihnen oft eine teure Zusatzversicherung aufzuschwatzen. Vergleichen Sie das immer vorab mit einer separaten Selbstbehaltsversicherung, die Sie eigenständig abschließen können und die in der Regel deutlich günstiger ist. Lesen Sie vor der Abreise in Ruhe nach, wie Selbstbehalt und Kaution genau funktionieren, in unserem Ratgeber über Selbstbehalt und Kaution, damit Sie am Schalter nicht unter Druck ein teures Paket kaufen.

Hinweis. Kontrollieren Sie bei der Abholung gemeinsam mit einem Mitarbeiter die vorhandenen Schäden und fotografieren oder filmen Sie das ganze Auto rundherum, einschließlich der Felgen und des Dachs. Machen Sie dasselbe bei der Rückgabe. Das ist Ihr bester Schutz gegen unberechtigte Schadensforderungen im Nachhinein.

Außerdem die praktischen Dinge im Überblick. Tanken Sie vorzugsweise selbst voll zurück (“full to full”), denn das Tankpaket des Vermieters ist meist teurer. Achten Sie an Tankstellen auf den Unterschied zwischen “fai da te” (Selbsttanken, günstiger) und “servito” (mit Bedienung, teurer). Parken mit blauen Linien ist gebührenpflichtig (über Automat oder App), weiße Linien sind kostenlos, aber knapp, und gelbe Linien sind reserviert. Für eine vollständige Checkliste, die für jedes Land gilt, hilft Ihnen unsere Liste mit 12 Tipps weiter. Und möchten Sie ein anderes südeuropäisches Land vergleichen, lesen Sie auch unseren Ratgeber über Auto mieten in Spanien.

Welche Fehler machen Reisende in Italien am häufigsten?

Die meisten Probleme entstehen aus einer Handvoll vermeidbarer Missverständnisse. Wer sie kennt, fährt viel entspannter. Das sind die Klassiker:

  • Ins historische Zentrum hineinfahren und sich ein ZTL-Bußgeld einhandeln, manchmal ohne es zu merken.
  • Ein Auto für einen Städtetrip mieten, bei dem es nur im Weg steht und Geld kostet.
  • Am Schalter unter Zeitdruck eine teure Versicherung kaufen, ohne vorab zu vergleichen.
  • Das Papier-Mautticket verlieren und dadurch den Höchsttarif zahlen.
  • Versehentlich in eine gelbe Telepass-Spur ohne Sender hineinfahren.
  • Die Fahrzeiten auf Küsten- und Bergstraßen unterschätzen und so die Planung überladen.
  • Das Auto bei Abholung und Rückgabe nicht rundherum fotografieren, mit Diskussionen über Schäden als Folge.
  • An der “servito”-Zapfsäule tanken, ohne zu merken, dass das teurer ist als selbst zu tanken.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich mir wirklich Sorgen wegen der ZTL-Zonen machen?

Ja, das ist der wichtigste Punkt für alle, die in Italien fahren. Die Zonen in historischen Zentren werden kameraüberwacht, und Bußgelder kommen automatisch, oft erst Monate später und bei einem Mietwagen mit einer zusätzlichen Servicegebühr. Die Lösung ist einfach: Fahren Sie nicht in die Altstadtkerne hinein und parken Sie am Rand.

Brauche ich einen internationalen Führerschein in Italien?

Mit einem EU-Führerschein fahren Sie in Italien ganz normal, ein internationaler Führerschein ist nicht nötig. Nehmen Sie aber Ihren Führerschein, Ihren Personalausweis und die Kreditkarte, auf der die Kaution blockiert wird, immer mit zum Schalter.

Kann ich die Maut mit meiner Bankkarte bezahlen?

Ja, an praktisch allen Mautplätzen können Sie mit Bank- oder Kreditkarte zahlen. Wählen Sie die Spur mit dem Kartensymbol und vermeiden Sie die gelben Telepass-Spuren, die nur mit einem elektronischen Sender funktionieren.

Ist ein Automatik- oder ein Schaltwagen in Italien praktischer?

Das hängt davon ab, wo Sie fahren und was Sie gewohnt sind. Auf Hügel-, Berg- und Küstenstraßen mit vielen Kurven empfinden viele Menschen einen Automatikwagen als komfortabler, aber Schaltgetriebe sind günstiger und breiter verfügbar. Wir gehen darauf in unserem Ratgeber über Automatik oder Schaltgetriebe mieten genauer ein.

Wann ist es am günstigsten, in Italien ein Auto zu mieten?

Außerhalb der Hochsaison, also grob in der Vor- und Nachsaison statt im Juli und August, liegen die Tarife in der Regel niedriger. Frühes Buchen hilft außerdem, gerade bei beliebten Regionen wie der Toskana, der Amalfiküste und den Inseln, wo die Verfügbarkeit im Sommer schnell knapp wird.

Darf ich mit einem italienischen Mietwagen die Grenze überqueren?

Oft ja, aber nicht immer ohne Weiteres. Manche Vermieter erlauben grenzüberschreitendes Fahren nur mit vorheriger Genehmigung oder gegen einen Aufpreis, und bestimmte Länder sind ausgeschlossen. Möchten Sie zum Beispiel von Norditalien nach Slowenien oder in die Schweiz, fragen Sie das vorab nach und lassen Sie es in Ihren Vertrag eintragen.

Wie vermeide ich hohe Kraftstoffkosten?

Wählen Sie bei der Buchung “full to full”, also voll abholen und voll zurückbringen, statt des Tankpakets des Vermieters. Tanken Sie selbst an der “fai da te”-Säule (Selbstbedienung) statt bei “servito”, denn Letzteres ist mit Bedienung und teurer.

Was mache ich, wenn ich nach meiner Reise doch ein Bußgeld erhalte?

Erschrecken Sie nicht, ignorieren Sie den Brief aber auch nicht. Bei einem Mietwagen läuft es meist über den Vermieter, der Ihre Daten weitergibt und eine Bearbeitungsgebühr berechnet. Prüfen Sie, ob das Bußgeld stimmt (Datum, Ort, Fahrzeug), bewahren Sie alle Unterlagen auf und zahlen oder bestreiten Sie es innerhalb der angegebenen Frist, denn unbezahlte italienische Bußgelder können sich erhöhen.

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