Auto mieten in Norwegen: Fjorde, Fähren und die schönsten Routen

Von Redactie Vrooem· 16 Min. Lesezeit· aktualisiert am 20. Juni 2026

Schmale Straße entlang einer steilen Fjordwand in Norwegen

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Der Traum: dein Auto, die Fjorde und eine offene Straße

Stell dir vor: Es ist früher Morgen, der Nebel hängt noch tief über dem Wasser, und du rollst mit deinem Mietwagen eine kurvige Straße hinab in Richtung eines Fjords, der sich zwischen kilometerhohen Felswänden erstreckt. Kein Zugfahrplan, der dich zwingt, kein Bus, der schon abgefahren ist. Nur du, das Lenkrad und ein Land, das wie geschaffen für den Roadtrip wirkt. Norwegen macht etwas mit Menschen, die es lieben, selbst zu fahren, und dieses Gefühl beginnt oft schon am Gepäckband am Flughafen.

Für viele Reisende ist Norwegen das ultimative Fahrabenteuer, das gerade noch außerhalb der Komfortzone liegt. Die Entfernungen wirken groß, das Straßennetz fühlt sich exotisch an mit seinen Fähren und Unterwassertunneln, und die Preise schrecken manche ab. Aber genau deshalb lohnt es sich, dich gut vorzubereiten. Wer weiß, wie das System funktioniert, fährt entspannt an Wasserfällen, Serpentinenstraßen und Fischerdörfern vorbei, die du sonst nur von einer Ansichtskarte kennst.

Dieser Ratgeber nimmt dich mit durch alles, was du wissen musst, wenn du in Norwegen ein Auto mietest: vom richtigen Flughafen über das Rätsel der Maut, von Fähren, die einfach zum Straßennetz gehören, bis hin zu drei konkreten Routen, bei denen dein Herz höherschlägt. Keine trockene Aufzählung, sondern echter Reisewert. Bereit? Dann starten wir den Motor.

Warum ein Auto in Norwegen fast unverzichtbar ist

Norwegen hat gute Züge und Busse zwischen den großen Städten, aber sobald du in die Fjorde fährst, wird der öffentliche Verkehr dünner. Dörfer liegen weit auseinander, Busse fahren manchmal nur ein paar Mal am Tag, und die schönsten Orte liegen ausgerechnet nicht an einer Haltestelle. Willst du morgens einen Wasserfall ohne andere Touristen fotografieren, musst du dort sein, bevor der erste Reisebus eintrifft. Das gelingt nur mit einem eigenen Auto.

Ein Auto gibt dir außerdem die Freiheit, deinen Plan umzuwerfen. Das Wetter in den Fjorden kann schnell umschlagen, und wer flexibel ist, jagt der Sonne hinterher oder wartet einen Schauer bei einer warmen Tasse Kaffee ab. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln bist du an Abfahrtszeiten gebunden, die nichts von Wolken wissen. Mit einem Auto bestimmst du, wo du anhältst, wie lange du bleibst und welchen Seitenweg du einschlägst, weil die Aussicht dich gerufen hat.

Schließlich ist Fahren in Norwegen ein Erlebnis für sich. Die Straße ist hier kein Mittel, um irgendwohin zu kommen, sondern oft das Highlight selbst. Nationale Touristenstraßen schlängeln sich an Aussichtspunkten vorbei, die eigens für Reisende angelegt wurden. Das verpasst du von einem Bussitz aus weitgehend.

Flughäfen und Regionen: wo beginnst du deine Reise?

Welchen Flughafen du wählst, bestimmt stark, welche Fjorde und Landschaften in Reichweite liegen. Aus dem deutschsprachigen Raum fliegst du in der Regel mit einem Umstieg oder einer Direktverbindung nach Oslo und von dort weiter. Für das echte Fjorderlebnis ist Bergen oft das klügste Tor.

FlughafenStark fürCharakter
Oslo (OSL)Ausgangspunkt für Süden und Osten, große Auswahl an VermieternHauptstadt, am weitesten von den großen Fjorden entfernt
Bergen (BGO)Tor zu den Fjorden (Hardanger, Sogne)Stimmungsvolle Hafenstadt, idealer Startpunkt
Ålesund (AES)Geirangerfjord, Atlantic Ocean Road, TrollstigenJugendstilstädtchen, zentral im Fjordland
Tromsø (TOS)Der hohe Norden, Polarlicht, Tor in Richtung LofotenArktisch, Winterziel schlechthin

Bergen ist für viele Reisende der goldene Mittelweg: eine charmante Stadt zum Starten, mit den bekanntesten Fjorden in Fahrweite. Willst du den Norden und die Lofoten entdecken, dann sind Tromsø oder ein Flug in den Norden sinnvoller, auch wenn das eine ganz andere Reise ist als die klassische südliche Fjordroute. Kombinierst du zwei Regionen, dann erwäge eine Einwegmiete, rechne aber mit einer Abgabegebühr.

Hinweis. Einen Mietwagen in Stadt A abholen und in Stadt B abgeben (one-way) kann in Norwegen wegen der großen Entfernungen ordentlich kosten. Frage die Abgabegebühr immer vorab ab, denn sie kann dein Reisebudget stark beeinflussen.

Fähren: einfach ein Teil der Straße

Das überrascht viele: In Norwegen sind Autofähren kein Ausflug, sondern ein ganz normaler Bestandteil des Straßennetzes. Auf zahllosen Strecken endet die Straße einfach am Wasser, und eine Fähre bringt dich und dein Auto auf die andere Seite. Das gehört genauso dazu wie ein Kreisverkehr oder ein Tunnel. Unterschätze das bei deiner Planung nicht: Eine Fährüberfahrt kann ein kurzer Sprung von einer Viertelstunde sein oder eine längere Fahrt, die deinen Tag mitbestimmt.

In der Praxis funktioniert es meist verblüffend einfach. Du fährst zum Anleger, reihst dich hinten in die Schlange ein und wartest, bis du an Bord darfst. Auf vielen Strecken musst du nicht vorab reservieren; du zahlst automatisch, oft über dasselbe elektronische System wie die Maut (AutoPASS), wobei das Kennzeichen deines Mietwagens gescannt wird. Auf manchen stark frequentierten oder touristischen Strecken, besonders in der Hochsaison, ist eine Reservierung ratsam, um keine Abfahrt zu verpassen.

Kalkuliere Fährzeiten und mögliche Wartezeit also realistisch ein. Eine Route, die auf der Karte kurz wirkt, kann in Wirklichkeit länger dauern, weil du eine Fähre erreichen musst, die nur stündlich fährt. Prüfe vorab den Fahrplan der Strecken auf deiner Route, denn außerhalb der Hochsaison können Abfahrten seltener sein.

Hinweis. Plane niemals zu knapp rund um die letzte Abfahrt des Tages. Verpasst du sie, kann aus einer Fährüberfahrt von wenigen Minuten plötzlich ein langer Umweg oder eine Übernachtung werden.

Maut: AutoPASS, Kameras und die Portugal-Falle

Norwegen erhebt auf vielen Autobahnen, Brücken, Tunneln und an den Zufahrtsstraßen von Städten Maut. Das System heißt AutoPASS und ist vollständig elektronisch und schrankenlos. Du fährst einfach durch: Kameras lesen dein Kennzeichen, es gibt keine Mauthäuschen, und du musst nirgends anhalten oder Münzen bereitlegen. Praktisch, aber genau darin steckt eine Tücke für alle, die ein Auto mieten.

Weil du nirgends physisch zahlst, siehst du die Kosten nicht sofort. Mietwagen sind in der Regel beim Mautsystem registriert, und der Vermieter rechnet die durchfahrene Maut nachträglich mit dir ab, meist mit einer administrativen Servicegebühr zusätzlich zur Maut selbst. Das ist genau dieselbe Falle wie in Portugal mit den elektronischen Mautstraßen: Die Maut selbst fällt oft moderat aus, aber die Servicegebühr pro Tag oder pro Transaktion kann ordentlich auflaufen.

Frage das also ausdrücklich bei der Abholung deines Autos nach. Wie wird die Maut abgerechnet? Kommt eine Servicegebühr hinzu, und gilt sie pro Tag oder pro Durchfahrt? Manchmal gibt es eine günstigere Tagespauschale. Wenn du das vorab weißt, vermeidest du eine unangenehme Überraschung auf deiner Kreditkartenabrechnung Wochen nach deiner Reise.

ThemaWie es funktioniertWas du tust
Maut (AutoPASS)Kameras lesen das Kennzeichen, keine MauthäuschenFrage den Vermieter, wie und mit welcher Servicegebühr abgerechnet wird
FährenOft anstellen, automatisch über das Kennzeichen zahlenPlane Fährzeiten ein, reserviere auf stark frequentierten Strecken
Tunnel und BrückenViele davon sind über AutoPASS bemautetRechne sie in deine Mauterwartung ein

Tunnel: lang, dunkel und manchmal unter dem Meeresboden

Norwegen ist ein Land der Tunnel, und manche sind schlichtweg beeindruckend. Durch die bergige Geografie gibt es zahllose lange Tunnel, und an verschiedenen Stellen tauchst du sogar unter einem Fjord oder Meeresarm hindurch über einen Unterwassertunnel, der zuerst steil abfällt und danach wieder ansteigt. Wer das nicht gewohnt ist, braucht vielleicht etwas Eingewöhnung, aber es ist völlig normaler Verkehr.

Ein paar praktische Dinge: Schalte in Tunneln immer dein Licht ein, auch tagsüber, denn das ist Pflicht und einfach vernünftig. Halte ausreichend Abstand, denn lange Tunnel können dein Raumgefühl verzerren. Manche Tunnel haben im Inneren beleuchtete höhlenartige Kreisverkehre oder farbige Abschnitte, vor allem auf Touristenstraßen, aber rechne nicht damit, dass jeder Tunnel angenehm beleuchtet ist.

Hinweis. Fühlst du dich in sehr langen oder Unterwassertunneln unwohl, dann gehe vorab die Route durch, sodass du weißt, was dich erwartet. Ruhig und mit eingeschaltetem Licht zu fahren macht es völlig machbar.

Fahren in Norwegen: ruhig angehen gewinnt

Das Wichtigste, was du dir merken solltest: In Norwegen fährst du langsamer, als du es gewohnt bist, und die Kontrollen sind streng. Die Tempolimits liegen relativ niedrig, auch auf Straßen, die großzügig wirken, und die Bußgelder für zu schnelles Fahren sind als happig bekannt. Lass dich also nicht von einer leeren, breiten Straße verleiten. Halte dich an die Schilder und fahre entspannt.

Außerdem sind viele Fjordstraßen schmal und kurvig, manchmal mit Ausweichbuchten, in denen Gegenverkehr einander vorbeilässt. Das erfordert Geduld und Höflichkeit. Wildtiere sind ein reales Thema: In bestimmten Gegenden überqueren Elche, Rentiere oder Schafe plötzlich die Straße, besonders in der Dämmerung. Verringere das Tempo, wo du Warnschilder siehst.

Schließlich ist ein Auto mit Schaltgetriebe in bergigem Gelände mit vielen Anstiegen und Abfahrten anstrengend für alle, die es nicht gewohnt sind. Bist du unsicher, dann lies unseren Ratgeber über Automatik oder Schaltgetriebe mieten, bevor du buchst. In den Fjorden mit ihren steilen Hängen macht eine Automatik das Fahren deutlich entspannter.

Elektrisch fahren: Norwegen ist Weltmeister

Wenn es ein Land gibt, in dem das Mieten eines E-Autos wirklich sinnvoll sein kann, dann ist es Norwegen. Das Land ist weltweit führend beim elektrischen Fahren, und die Ladeinfrastruktur ist außergewöhnlich gut ausgebaut, bis in überraschend abgelegene Ecken. Schnelllader findest du entlang der Hauptrouten, und das Laden fühlt sich dort viel weniger als Sorge an als in vielen anderen Ländern.

Ein elektrischer Mietwagen kann sich zudem vorteilhaft auswirken, weil Strom in der Regel günstiger ist als Kraftstoff und E-Autos manchmal von Mautvorteilen profitieren. Für ein Land, in dem alles teuer ist, zählt jede Ersparnis. Willst du das erwägen, dann frage bei der Buchung nach den Modellen und ob Ladekarten oder Apps inbegriffen sind.

Es gibt allerdings einen Punkt zu beachten: Die Reichweite sinkt bei Kälte und in bergigem Gelände. Steigst du viel oder reist du im Winter, dann holst du weniger Kilometer aus einer vollen Batterie heraus als auf dem Papier. Plane deine Ladestopps daher mit etwas Puffer, besonders an langen Tagen zwischen den Fjorden. Mit etwas Vorausdenken ist elektrisch fahren in Norwegen eher ein Vergnügen als ein Aufwand.

Drei Routen zum Träumen

Hier drei konkrete Routenideen, jede mit eigenem Charakter. Die Zeitangaben sind Richtwerte; Fährzeiten, Wetter und Stopps können deine Tage stark in die Länge ziehen, also plane großzügig.

Route 1: Bergen, die großen Fjorde und Geiranger

Das ist der Klassiker. Du startest in Bergen und fährst ins Herz des Fjordlands. Rechne mit etwa fünf Tagen bis einer Woche, um das entspannt zu machen, je nachdem, wie viel du sehen willst.

  • Tag 1 bis 2: Von Bergen in Richtung Hardangerfjord, berühmt für seine Obstgärten und Wasserfälle. Halte an Aussichtspunkten und genieße das ruhige Tempo.
  • Tag 3 bis 4: Weiter zum mächtigen Sognefjord, dem längsten und tiefsten Norwegens, mit Seitenarmen wie dem schmalen Nærøyfjord, der auf der Welterbeliste steht.
  • Tag 5 und weiter: Steige hinauf nach Geiranger, wo sich der Geirangerfjord zwischen steile Wände mit Wasserfällen zwängt. Die Straße dorthin ist schon für sich spektakulär.

Unterwegs nimmst du fast sicher einige Fähren. Plane sie ein und genieße sie; die Überfahrt selbst bietet dir die schönste Aussicht auf den Fjord.

Route 2: Atlantic Ocean Road und Trollstigen

Für alle, die ikonische Straßen lieben. Diese Route dreht sich um zwei berühmte Asphaltabschnitte und liegt zentraler, mit Ålesund als praktischem Ausgangspunkt. Ein verlängertes Wochenende bis ein paar Tage reichen für den Kern, aber mehr Zeit lohnt sich.

  • Die Atlantic Ocean Road: eine kurze, aber legendäre Straße, die über Brücken von Inselchen zu Inselchen springt, knapp über dem Ozean. Bei rauem Wetter peitschen die Wellen gegen die Küste; bei Ruhe ist es heiter.
  • Trollstigen: eine Serpentinenstraße, die sich in scharfen Haarnadelkurven entlang eines Wasserfalls hinaufschlängelt. Achtung: Bergpässe wie dieser sind in der Regel nur in der Sommersaison geöffnet. Prüfe den Status, bevor du fährst.
  • Ålesund selbst: lohnt einen halben Tag, mit seiner Jugendstilarchitektur und der Aussicht vom Stadtberg.

Route 3: Die Lofoten im hohen Norden

Eine völlig andere Welt. Der Lofoten-Archipel liegt weit im Norden und bietet scharfe Berggipfel, die direkt aus dem Meer aufragen, weiße Strände und rote Fischerhütten. Das ist keine Verlängerung der südlichen Route, sondern eine eigene Reise, oft von einem nördlichen Flughafen aus. Rechne mit mehreren Tagen allein für die Inseln.

  • Fahre die Inselkette über Brücken und Tunnel ab, mit Fischerdörfern wie Reine und Hamnøy unterwegs, die zu den meistfotografierten Orten Norwegens gehören.
  • Im Sommer genießt du hier die Mitternachtssonne; im Winter hast du Chancen auf das Polarlicht, auch wenn das Fahren dann anspruchsvoller ist.
  • Bedenke, dass das Wetter hier launisch ist. Plane Puffer ein und hetze nicht durch deine Tage.

Jahreszeit: Sommer oder Winter?

Die Jahreszeit verändert deine Norwegen-Reise grundlegend. Im Sommer sind die Tage extrem lang, bis hin zur Mitternachtssonne im Norden, und nahezu alle Bergpässe und Touristenstraßen sind geöffnet. Das ist die komfortabelste Saison für einen Fjord-Roadtrip, mit der größten Bewegungsfreiheit. Es ist auch voller, also reserviere Fähren und Unterkünfte an beliebten Orten rechtzeitig.

Der Winter ist atemberaubend, aber anspruchsvoll. Die Tage sind kurz, Straßen können glatt sein und Bergpässe geschlossen. Dem gegenüber steht die Chance auf das Polarlicht und Schneelandschaften, die du nicht so schnell vergisst. Fährst du im Winter, dann sind Winterreifen vorgeschrieben, und ein Auto mit Allradantrieb ist in verschneiten Gegenden kein überflüssiger Luxus.

JahreszeitVorteileZu beachten
SommerLange Tage, Pässe offen, komfortables FahrenVoller, reserviere Fähren und Hotels vorab
WinterPolarlicht, Schneestimmung, ruhigerKurze Tage, Glätte, Pässe geschlossen, Winterreifen oder 4x4 nötig
Hinweis. Willst du über hochgelegene Pässe oder touristische Bergstraßen wie Trollstigen, dann prüfe immer, ob sie geöffnet sind. Außerhalb der Sommersaison sind viele davon geschlossen, und dein Plan kann dadurch kippen.

Kosten: rechne mit einem teuren Land

Seien wir ehrlich: Norwegen ist ein teures Land, und das spürst du auch während eines Roadtrips. Die Autovermietung liegt dort in der Regel höher als in Südeuropa, Kraftstoff ist teuer, und Fähren und Maut summieren sich. Das muss dich nicht abschrecken, aber rechne damit, damit dein Budget passt. Genaue Beträge variieren stark je nach Saison, Region und Fahrzeugtyp, also verlasse dich auf einen aktuellen Preisvergleich statt auf feste Zahlen.

Wo du Geld sparen kannst: Ein E-Auto zu mieten kann durch günstigeren Strom und mögliche Mautvorteile vorteilhafter ausfallen. Außerhalb der Hochsaison zu reisen drückt die Mietpreise. Und kluges Planen, sodass du nicht unnötig viele Fähren oder teure Tunnel nimmst, macht ebenfalls einen Unterschied. Einkaufen und selbst kochen statt jeden Tag auswärts zu essen entlastet dein Tagesbudget erheblich.

Lies vor deiner Abreise unbedingt unsere 12 Tipps zum Mieten eines Autos im Ausland, denn viele davon helfen dir auch in Norwegen, Geld und Aufwand zu sparen.

Versicherung, Kaution und die praktischen Dinge

Wie anderswo bekommst du bei einem norwegischen Mietwagen eine Standardversicherung mit Selbstbeteiligung, oft ein hoher Betrag, der als Kaution auf deiner Kreditkarte blockiert wird. Verstehe gut, wofür du abgedeckt bist und wofür nicht, denn Schäden an der Unterseite, an Reifen oder Scheiben fallen manchmal nicht unter die Grunddeckung. Bei schmalen Bergstraßen und Schotterstrecken ist das keine überflüssige Überlegung.

Vertiefe dich vor der Abreise in Selbstbeteiligung und Kaution, sodass du weißt, ob eine Selbstbeteiligungsabsicherung oder eine separate Excess-Versicherung für dich lohnt. Eine separate Versicherung über einen Drittanbieter ist oft günstiger als der Abkauf am Schalter, aber regle sie dann vorab.

Weiter ein paar praktische Punkte:

  • Kraftstoff und Laden: notiere, ob du den Tank voll oder leer abgeben musst und welche Regelung gilt. Bei einem E-Auto: frage, ob Ladekarten oder eine App inbegriffen sind.
  • Parken: in Städten wie Oslo und Bergen ist Parken kostenpflichtig und manchmal knapp. Außerhalb der Städte gibt es an vielen Sehenswürdigkeiten Parkplätze, manchmal kostenpflichtig.
  • Führerschein und Alter: dein Führerschein genügt. Rechne mit einem möglichen Jungfahrerzuschlag und mit einer Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers für die Kaution.
Hinweis. Kontrolliere das Auto bei der Abholung gründlich auf bestehende Schäden und mache Fotos mit Datum. Bei der Rückgabe bist du so gegen Diskussionen über Kratzer abgesichert, die schon da waren.

Häufig gemachte Fehler

Ein paar Fallstricke, in die Reisende regelmäßig tappen, damit du sie vermeiden kannst:

  • Die Maut-Servicegebühr ignorieren. Nicht fragen, wie AutoPASS abgerechnet wird, und Wochen später vor der Rechnung erschrecken. Frage vorab.
  • Zu knapp rund um Fähren planen. Eine verpasste Abfahrt kann dir den Tag zerreißen. Kalkuliere Fährzeiten und Wartezeit großzügig ein.
  • Zu schnell fahren. Die Limits sind niedrig und die Kontrollen streng. Passe dein Tempo an, auch auf leeren Straßen.
  • Bergpässe nicht prüfen. In Vor- und Nachsaison zu einem geschlossenen Pass fahren und deine Route umwerfen müssen.
  • Entfernungen und Zeit unterschätzen. Auf der Karte kurz, in Wirklichkeit lang durch Kurven, Tunnel und Fähren.
  • Schaltgetriebe mieten ohne Erfahrung in Bergen. Auf steilen Fjordstraßen kann das anstrengender sein als erwartet.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich in Norwegen wirklich ein Auto?

Für die Städte nicht, aber für die Fjorde und das Land schon. Der öffentliche Verkehr ist außerhalb der großen Städte begrenzt, und die schönsten Orte erreichst du am komfortabelsten und flexibelsten mit einem eigenen Auto. Willst du frei entlang von Fjorden, Wasserfällen und Aussichtspunkten umherziehen, dann ist ein Mietwagen nahezu unverzichtbar.

Wie ist das mit der Maut für einen Mietwagen?

Norwegen nutzt AutoPASS, ein elektronisches und schrankenloses Mautsystem mit Kameras, du zahlst also nirgends vor Ort. Mietwagen sind meist registriert, und der Vermieter rechnet die Maut nachträglich mit dir ab, oft mit einer Servicegebühr obendrauf. Frage bei der Abholung genau, wie das abläuft, um Überraschungen zu vermeiden.

Muss ich Fähren vorab reservieren?

Auf vielen Strecken nicht: Du stellst dich einfach an und zahlst automatisch, oft über dein Kennzeichen. Auf stark frequentierten oder touristischen Strecken, besonders in der Hochsaison, ist eine Reservierung ratsam, damit du keine Abfahrt verpasst. Prüfe immer den Fahrplan, denn außerhalb der Saison fahren manche Fähren seltener.

Ist ein Elektroauto in Norwegen eine gute Idee?

Oft ja. Norwegen hat eines der besten Ladenetze der Welt, und ein E-Auto kann durch günstigeren Strom und mögliche Mautvorteile vorteilhafter sein. Bedenke aber eine kleinere Reichweite bei Kälte und in bergigem Gelände und plane deine Ladestopps mit etwas Puffer, besonders an langen Tagen.

Wann fahre ich am besten für einen Roadtrip nach Norwegen?

Der Sommer ist am komfortabelsten: lange Tage, offene Bergpässe und die meiste Freiheit, auch wenn es voller ist. Der Winter bietet Polarlicht und Schneestimmung, verlangt aber Winterreifen, vorsichtiges Fahren und das Akzeptieren, dass viele Pässe geschlossen sind. Für eine erste Fjordreise ist der Sommer in der Regel die sicherste Wahl.

Sind Winterreifen oder Allradantrieb Pflicht?

Bei winterlichen Bedingungen sind geeignete Winterreifen vorgeschrieben, und ein Mietwagen ist in dieser Zeit normalerweise damit ausgestattet. Allradantrieb ist nicht immer Pflicht, aber in verschneiten oder bergigen Gegenden angenehm und sicherer. Fährst du nur im Sommer, dann spielt das kaum eine Rolle.

Ist das Fahren in den langen Tunneln beängstigend?

Man gewöhnt sich schnell daran. Schalte dein Licht ein, halte Abstand und fahre ruhig, dann sind auch die langen und Unterwassertunnel gut machbar. Fühlst du dich unsicher, dann schau vorab, welche Tunnel auf deiner Route liegen, sodass du weißt, was dich erwartet. Für die meisten Reisenden werden sie bald einfach ein Teil des Abenteuers.

Wie teuer ist ein Roadtrip durch Norwegen?

Rechne mit einem eher hohen Budget: Miete, Kraftstoff, Fähren und Maut summieren sich, und das Land ist ohnehin teuer. Genaue Beträge hängen von Saison, Region und Fahrzeugtyp ab, also vergleiche aktuell. Sparen kannst du, indem du außerhalb der Hochsaison reist, ein E-Auto erwägst und selbst kochst statt auswärts zu essen.

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