Welche Dokumente brauchst du, um im Ausland ein Auto zu mieten?

Von Redactie Vrooem· 9 Min. Lesezeit· aktualisiert am 20. Juni 2026

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Im Ausland ein Auto zu mieten klingt einfach: Du buchst online, fliegst hin und fährst los. In der Praxis steht und fällt alles am Schalter mit deinen Papieren. Wer nicht die richtigen Dokumente dabei hat, riskiert, dass der Vermieter das Auto schlicht nicht herausgibt, auch wenn alles im Voraus bezahlt ist. Und dieses Geld bekommst du dann meist nicht ohne Weiteres zurück. Es lohnt sich also, vor der Abreise genau zu wissen, was verlangt wird.

Für die meisten Reisenden, die innerhalb Europas mieten, hält sich der Aufwand in Grenzen, aber es gibt ein paar Stolpersteine, die immer wieder vorkommen. Der größte davon hat nichts mit deinem Führerschein zu tun, sondern mit deiner Zahlkarte. In diesem Ratgeber gehen wir Schritt für Schritt durch, welche Dokumente du brauchst, worauf du außerhalb der EU besonders achten musst, und was du für einen eventuellen zweiten Fahrer regelst. Ganz unten findest du eine vollständige Checkliste zum Abhaken vor der Abreise.

Dein Führerschein: deutscher oder EU-Führerschein genügt innerhalb Europas

Innerhalb der Europäischen Union genügt dein gewöhnlicher deutscher Führerschein grundsätzlich. Der EU-Führerschein im Scheckkartenformat wird in allen EU-Mitgliedstaaten anerkannt, und Vermieter sind damit vertraut. Hast du noch den alten grauen oder rosa Papierführerschein, dann ist dies ein guter Moment, ihn durch das Kartenmodell ersetzen zu lassen. Ein veralteter oder beschädigter Führerschein kann am Schalter Fragen aufwerfen.

Achte auf das Gültigkeitsdatum. Führerscheine im Kartenmodell müssen regelmäßig erneuert werden (das Dokument selbst, nicht deine Fahrberechtigung). Prüfe also, ob das Ablaufdatum deutlich nach deinem Reisezeitraum liegt. Manche Vermieter verlangen zudem, dass du den Führerschein schon eine Mindestanzahl an Jahren besitzt, oft ein bis zwei Jahre. Das steht in den Mietbedingungen und ist vor allem für jüngere Fahrer relevant.

Internationaler Führerschein (IDP) außerhalb der EU

Außerhalb der EU sieht die Sache anders aus. In Ländern wie den Vereinigten Staaten, Kanada, Marokko und großen Teilen Asiens wird oft ein internationaler Führerschein verlangt, auch International Driving Permit (IDP) genannt. Das ist kein Ersatz für deinen deutschen Führerschein, sondern eine offizielle Übersetzung davon, die du immer zusammen mit deinem gewöhnlichen Führerschein bei dir trägst.

In Deutschland beantragst du einen internationalen Führerschein bei der örtlichen Führerscheinstelle deiner Stadt oder Gemeinde (in Österreich beim ÖAMTC/ARBÖ, in der Schweiz beim Straßenverkehrsamt). Du brauchst deinen gültigen Führerschein im Kartenmodell, deinen Personalausweis und in der Regel ein Passfoto, und du zahlst eine Gebühr. Rechne mit einer Bearbeitungszeit: An vielen Stellen ist das Dokument nicht sofort fertig, beantrage es also rechtzeitig, gut einige Wochen vor der Abreise. Die Gültigkeitsdauer eines IDP ist begrenzt (in der Regel einige Jahre), prüfe also auch, ob ein älteres Exemplar noch gültig ist.

Hinweis. Ob ein internationaler Führerschein verpflichtend oder nur empfohlen ist, unterscheidet sich je nach Land und manchmal je nach Vermieter. Prüfe immer sowohl die offiziellen Regeln deines Reiseziels als auch die konkreten Mietbedingungen des Vermieters, bevor du buchst. Im Zweifel beantragst du das Dokument einfach; es kostet wenig und erspart viel Ärger.

Personalausweis oder Reisepass

Neben deinem Führerschein möchte der Vermieter deine Identität feststellen können. Innerhalb der EU und des Schengen-Raums genügt dein Personalausweis meistens, und den hast du ohnehin für die Reise selbst dabei. Außerhalb der EU brauchst du einen gültigen Reisepass, und das ist oft auch das Dokument, das der Vermieter notiert.

Prüfe rechtzeitig, ob dein Personalausweis und dein Reisepass noch gültig sind. Für manche Reiseziele gilt zudem, dass dein Reisepass nach deinem Rückreisedatum noch einige Monate gültig sein muss. Das ist eine Einreisevoraussetzung, die unabhängig von der Autovermietung gilt, aber du willst nicht, dass ein abgelaufenes Dokument deine ganze Reise durcheinanderbringt.

Die Kreditkarte: hier geht es am häufigsten schief

Das ist der wichtigste Abschnitt dieses Ratgebers. Der häufigste Fehler beim Mieten eines Autos im Ausland hat nichts mit deinem Führerschein zu tun, sondern mit deiner Zahlkarte. So gut wie jeder Vermieter verlangt eine echte Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers, um die Kaution (den Sicherheitsbetrag) zu blockieren.

Achte auf diese Punkte, denn jeder einzelne kann dafür sorgen, dass du ohne Auto dastehst:

  • Es muss eine echte Kreditkarte sein, keine Debitkarte und keine Prepaidkarte. Eine Girocard oder eine gewöhnliche Bankkarte, die wie eine Visa oder Mastercard aussieht, aber eigentlich eine Debitkarte ist, wird oft abgelehnt. Du bist dir nicht sicher? Frage ausdrücklich bei deiner Bank nach.
  • Die Karte muss auf den Namen des Hauptfahrers lauten. Die Person, die den Vertrag unterschreibt und am Steuer sitzt, muss auch die Karteninhaberin sein. Eine Karte deines Partners oder Elternteils genügt nicht, selbst wenn diese Person mitreist.
  • Es muss genügend Limit für die Kaution verfügbar sein. Der Vermieter blockiert vorübergehend einen Betrag auf deiner Karte. Bei größeren oder teureren Wagen kann das deutlich höher ausfallen. Dieser blockierte Betrag bleibt für die Dauer der Miete reserviert und kann in dieser Zeit nicht ausgegeben werden.
  • Die Karte darf nicht ablaufen während oder kurz nach deinem Mietzeitraum. Eine Karte, die innerhalb des Monats abläuft, kann Probleme bereiten.

Wie die Kaution genau funktioniert und welche Beträge dich erwarten, liest du im Detail in unserem Ratgeber über Selbstbeteiligung und Kaution. Nimm ihn vor der Abreise durch, denn der Unterschied zwischen einem blockierten Betrag und einem abgebuchten Betrag ist groß.

Hinweis. Verlasse dich nicht auf deine Debitkarte oder eine Prepaidkarte, auch nicht, wenn die Buchung online reibungslos lief. Die Kontrolle erfolgt erst am Schalter, und dort ist kein Spielraum für Verhandlungen. Nimm im Zweifel eine gültige Kreditkarte mit, von der du sicher weißt, dass sie auf deinen Namen lautet und genügend Spielraum hat.

Buchungsbestätigung oder Voucher

Wenn du vorab online buchst, erhältst du eine Buchungsbestätigung oder einen Voucher. Darauf stehen deine Reservierungsnummer, der Fahrzeugtyp, der Mietzeitraum, die Abholstation und was im Preis inbegriffen ist. Nimm dieses Dokument mit, digital auf deinem Handy oder ausgedruckt.

Der Voucher ist dein Nachweis darüber, was du reserviert und bezahlt hast. Er hilft bei Diskussionen über den Preis, über inbegriffene Kilometer oder über Versicherungen, die du abgeschlossen hast oder nicht. Ein ausgedrucktes Exemplar kann praktisch sein, wenn das Internet vor Ort unzuverlässig ist oder der Schalter ausdrücklich danach fragt.

Nachweis des Wohnsitzes

Vor allem außerhalb der EU verlangen Vermieter manchmal einen Nachweis deines Wohnsitzes. Das kann ein aktueller Kontoauszug sein, eine Strom- oder Telefonrechnung, oder ein anderes offizielles Dokument, auf dem dein Name und deine Adresse stehen. Der Hintergrund ist Betrugsprävention und Identitätskontrolle.

Innerhalb Europas kommt das seltener vor, weil dein Personalausweis bereits deine Adresse enthält. Reist du in die USA, nach Kanada oder in ein anderes Land außerhalb der EU, dann prüfe vorab in den Mietbedingungen, ob das verlangt wird. Ein aktuelles Dokument (meist nicht älter als einige Monate) dabeizuhaben ist eine kleine Mühe.

Dokumente für den zweiten Fahrer

Möchtest du, dass auch jemand anderes fahren darf, zum Beispiel dein Partner auf einem langen Roadtrip, dann muss diese Person als Fahrer im Vertrag eingetragen sein. Ein zweiter Fahrer, der nicht im Vertrag steht, ist meist nicht versichert, mit allen Folgen bei einem Unfall.

Der zweite Fahrer muss am Schalter anwesend sein, mit einem eigenen gültigen Führerschein (und außerhalb der EU eventuell einem eigenen internationalen Führerschein) und einem Ausweisdokument. Bei vielen Vermietern kostet ein zusätzlicher Fahrer einen Aufschlag pro Tag. Ist dieser zweite Fahrer jung, dann kann noch ein Altersaufschlag hinzukommen; darüber liest du mehr in unserem Ratgeber über den Jungfahreraufschlag. Die Kreditkarte muss in der Regel nicht auf den Namen des zweiten Fahrers lauten, solange der Hauptfahrer eine gültige Karte auf den eigenen Namen vorlegt.

Besondere Hinweise außerhalb der EU

Außerhalb Europas gehen die Regeln stark auseinander. Ein paar Reiseziele, die häufig angesteuert werden:

  • Vereinigte Staaten und Kanada: Dein deutscher Führerschein zusammen mit einem internationalen Führerschein ist die sicherste Kombination. Eine Kreditkarte auf den eigenen Namen ist für die Kaution so gut wie immer Pflicht, und Debitkarten werden dort regelmäßig abgelehnt.
  • Marokko: Ein internationaler Führerschein wird oft empfohlen, zusätzlich zu deinem deutschen Führerschein. Halte deinen Reisepass für die Identitätskontrolle griffbereit.
  • Asien: Die Situation unterscheidet sich stark je nach Land. In manchen Ländern wird ein IDP streng verlangt und kontrolliert, in anderen ist das Fahren als Tourist mit einem ausländischen Führerschein schwieriger geregelt. Recherchiere dies pro Land, bevor du buchst.

Allgemein gilt: Je weiter weg von zu Hause, desto wichtiger ist es, die Regeln des konkreten Landes und die Mietbedingungen des Vermieters vorab zu prüfen. Verlasse dich nicht auf das, was in einem Nachbarland galt.

Checkliste: Dokumente für einen Mietwagen im Ausland

Gehe diese Liste vor der Abreise durch:

  • Gültiger deutscher (EU-)Führerschein im Kartenmodell, ausreichend lange gültig
  • Internationaler Führerschein (IDP), falls du außerhalb der EU mietest, rechtzeitig bei der Führerscheinstelle beantragt
  • Personalausweis (innerhalb der EU) oder gültiger Reisepass (außerhalb der EU)
  • Echte Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers, nicht abgelaufen, mit ausreichendem Limit für die Kaution
  • Buchungsbestätigung oder Voucher, digital oder ausgedruckt
  • Nachweis des Wohnsitzes, falls verlangt (vor allem außerhalb der EU)
  • Für den zweiten Fahrer: eigener Führerschein, Ausweisdokument und Eintragung im Vertrag
  • Mietbedingungen des Vermieters und länderspezifische Regeln vorab geprüft

Möchtest du breiter vorbereitet losfahren, dann lies auch unsere 12 Tipps für das Mieten eines Autos im Ausland.

Häufig gestellte Fragen

Genügt mein deutscher Führerschein im Ausland?

Innerhalb der Europäischen Union genügt dein deutscher Führerschein im Kartenmodell grundsätzlich. Außerhalb der EU wird oft ein internationaler Führerschein als Ergänzung zu deinem deutschen Führerschein verlangt. Prüfe immer die Regeln des konkreten Landes und die Mietbedingungen des Vermieters.

Kann ich ein Auto mit einer Debitkarte mieten?

Meistens nicht. Die große Mehrheit der Vermieter verlangt eine echte Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers, um die Kaution zu blockieren. Debit- und Prepaidkarten werden oft abgelehnt. Frage im Zweifel ausdrücklich bei deiner Bank nach, welchen Kartentyp du hast.

Wo und wie beantrage ich einen internationalen Führerschein?

Du beantragst den internationalen Führerschein bei der örtlichen Führerscheinstelle (in Österreich beim ÖAMTC/ARBÖ, in der Schweiz beim Straßenverkehrsamt). Du brauchst deinen gültigen Führerschein im Kartenmodell, deinen Personalausweis und in der Regel ein Passfoto. Rechne mit einer Bearbeitungszeit von einigen Wochen und beantrage ihn also rechtzeitig vor der Abreise.

Muss der zweite Fahrer ebenfalls Dokumente vorlegen?

Ja. Der zweite Fahrer muss am Schalter anwesend sein, mit einem eigenen gültigen Führerschein und Ausweisdokument, und muss im Mietvertrag eingetragen sein. Ohne diese Eintragung ist er oder sie in der Regel nicht versichert. Oft berechnet der Vermieter einen Aufschlag für einen zusätzlichen Fahrer.

Muss meine Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers lauten?

Ja, das ist die Regel bei so gut wie allen Vermietern. Die Karte, mit der die Kaution blockiert wird, muss auf den Namen der Person lauten, die den Vertrag unterschreibt und der Hauptfahrer ist. Eine Karte eines Partners oder Familienmitglieds wird in der Regel nicht akzeptiert, selbst wenn diese Person mitreist.

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